Interview mit Ahmed Mohsen, Schulleiter der dreieins Grundschule Berlin-Pankow

Sehr geehrter Herr Mohsen, stellen Sie doch bitte einmal Ihre Schule kurz vor.

Mein Name ist Ahmed Mohsen. Ich bin gebürtiger Ägypter mit deutscher Staatsangehörigkeit. Ich arbeite an der dreieins Grundschule Berlin-Pankow seit 2010 und bin zurzeit Schulleiter an der Grundschule.

 

Worauf sind Sie bei Ihrer Schule besonders stolz?

Besonders stolz bin ich auf unser Team, auf unsere Schüler sowie das Engagement der Eltern.

 

Kommen wir zu einem heiklen Thema: Mobbing. Besteht an Ihrer Schule ein Konsens im Kollegium, ab wann Lehrerinnen und Lehrer eingreifen müssen? Wenn ja, wie haben Sie diese „Eingriffsschwelle“ ausformuliert?

Obwohl wir keine Mobbingfälle an unserer Schule haben, beschäftigen wir uns als Team trotzdem relativ gut mit diesem Thema. Wir haben an unserer Schule die „STOPP-Regel“ eingeführt, die benutzt wird, wenn ein Konflikt entsteht. Viele Kollegen nehmen an Fortbildungen zum Thema Mobbing teil. An unserem schulinternen Lehrerfortbildungstag im März 2019 haben wir den Koordinator für Gewaltprävention von SIBUZ eingeladen, der dem Kollegium sehr vieles über dieses Thema berichtet hat. Anhand unserer dauerhaften Teilnahme an solchen Fortbildungen haben wir einen „Anti-Mobbing-Koffer“ erhalten. Dieser Koffer wird öfters von den Kollegen benutzt, um sich mehr und mehr über dieses Thema zu informieren.

Seit 3 Jahren wird das Thema „Gewaltprävention“ in unserem Jahresplan verankert. Das heißt, die Schüler werden altersgerecht auf mögliche Präventionsfälle trainiert.

 

Was würde genau passieren, wenn ein Mobbingfall wahrgenommen oder gemeldet wird, wie ist bei Ihnen der Ablauf?

Sollte dies bei uns mal vorkommen, dann werden wir alles Mögliche tun, um diesen Fall schnellstmöglich zu behandeln. Ein Beauftragter (Klassenleiter – Fachlehrer) geht mit den Betroffenen ins Gespräch, um herauszufinden, was das Problem ausgelöst haben könnte. Dementsprechend wird gehandelt. Es werden sicherlich auch Gespräche mit den Eltern der betroffenen Kinder geführt, damit das Problem auch seitens der Eltern geklärt werden kann. Das Problem kann gelöst werden, wenn die Eltern mit den Pädagogen Hand in Hand arbeiten.

 

An wen können sich Schüler, Eltern oder Beobachter bei Ihnen wenden, wenn Schüler unter Mobbingattacken leiden?

 Meistens an die Klassenleiter oder den Co-Pädagogen.

 

Welche Empfehlung für das Eingreifen bei Mobbingfällen würden Sie anderen Schulen geben?

Jede Schule muss ihre eigene Erfahrung machen. Bevor man aber etwas unternimmt, muss man mit den Betroffenen im Voraus gesprochen haben, um sich ein klares Bild machen zu können. Die Eltern müssen auch ins Boot geholt werden.

 

Was halten Sie für die besten Maßnahmen gegen Mobbing? Welche Aktivitäten gegen Mobbing, präventiv oder eingreifend, gab es bei Ihnen in den letzten 12 Monaten?

Kommunikation. Fortbildungen besucht, Eltern über Gewaltpräventionsprogramme informiert.

 

Von wem und in welcher Weise würden Sie sich mehr Unterstützung für Ihre Arbeit gegen Mobbing wünschen?

Von Eltern… mehr Fortbildungen in dieser Richtung anbieten. Und dass die Finanzen dafür vom Staat übernommen werden könnten.

 

Würden Sie sich einen offiziellen Anti-Mobbing-Tag für Ihr Bundesland wünschen?

Das wäre nicht schlecht.

 

 

 

Über die Interviewreihe

Dieses Interview mit Herrn Mohsen ist Teil unserer Interviewreihe mit Schulleiterinnen und Schulleitern, mit der wir einen konstruktiven Diskurs und offenen Erfahrungsaustausch zwischen den Schulen zum Thema Mobbing anregen und fördern möchten.

Die unterschiedlichen Methoden und Betrachtungen der Schulleitungen, wie sie mit Bordmitteln versuchen, Mobbing- und Gewaltangriffe wirksam zu beenden, werden von der Stiftung nicht selektiert oder bewertet. Wir danken Herrn Mohsen für das Interview und wünschen ihm und dem dreieins Grundschule Berlin-Pankow weiterhin viel Erfolg.